Was macht ein Buchhalter? Aufgaben, Ausbildung, Gehalt & mehr
Aktualisiert am 26.06.2024
Na? Haben Sie schon mal jemanden kennengelernt, der sich Ihnen als Buchhalter vorgestellt hat? Ein erstes Bild zeichnet sich sofort in Gedanken: Sie sahen die Person in einem dunklen Kämmerchen sitzen, auf den Bildschirm starrend, umgeben von Bergen aus Akten und Papieren..
Buchhalter, der Inbegriff der Langeweile, oder? Ja zugegeben, das Image des Berufs ist nicht besonders gut. Man verbindet mit einem Buchhalter Langeweile und trockene Arbeit, die eigentlich keiner so richtig gerne machen möchte.
Doch ist das wirklich so? Was macht ein Buchhalter den ganzen Tag? Wie sehen seine Aufgaben aus und wie hoch ist das Gehalt? All diesen Fragen gehen wir im folgenden Artikel genauer auf den Grund!
Inhaltsverzeichnis
- Das sind die Aufgaben eines Buchhalters
- Wo arbeitet ein Buchhalter?
- Wie wird man Buchhalter?
- Was verdient man als Buchhalter?
- Fazit zum Beruf Buchhalter
Das sind die Aufgaben eines Buchhalters
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass ein Buchhalter sich mit den Einnahmen und Ausgaben eines Unternehmens beschäftigt. Er steuert finanzwirtschaftliche Vorgänge und gewährleistet die reibungslose Organisation des Finanz- und Rechnungswesens. Hierzu werden Zahlungseingänge und Eingangsrechnungen überprüft, Rechnungen erstellt und Konten überwacht. Der Buchhalter bearbeitet Geschäftsfälle nach den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) und handelsrechtlichen Vorschriften. Je größer ein Betrieb ist, desto mehr Unter-Abteilungen und Mitarbeiter gibt es in der Regel für die Buchhaltung. Arbeitet ein Buchhalter in einem solchen Betrieb, ist er also oft nur für einen Teilbereich der Buchführung verantwortlich. Bei kleinen und mittelständischen Unternehmen sorgt ein Buchhalter dagegen häufig für das gesamte betriebliche Finanz- und Rechnungswesen.
Konkret bedeutet dies, dass der Buchhalter sogenannte Geschäftsvorfälle dokumentiert. Hierzu zählen sämtliche Vorgänge, die das Vermögen eines Unternehmens betreffen, wie beispielsweise Kundengeschäfte, Lohnzahlungen oder Kredite. Praktisch gesehen verbringt der Buchhalter einen großen Teil seiner Arbeitszeit damit, Rechnungen und Belege zu sammeln sowie Einnahmen und Ausgaben zu verbuchen. Bei dieser Aufgabe wird zunehmend technische Unterstützung durch moderne Buchhaltungssoftware bereitgestellt. Mit einer solchen Software muss ein Buchhalter sehr gut vertraut sein, um effizient und natürlich auch fehlerfrei arbeiten zu können.
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Welche Teilbereiche der Buchhaltung gibt es?
Je nach Größe einer Firma, kann die Buchhaltung in einzelne Teilbereiche untergliedert werden.
Arbeitet man also als Buchhalter in einem besonders großen Unternehmen, ist es möglich, dass man nur für einen Teil der Buchhaltung zuständig ist. Möglich sind:
- Finanzbuchhaltung
- Bilanzbuchhaltung
- Lohnbuchhaltung
- Anlagenbuchhaltung
- Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung
Die Aufgaben eines Buchhalters im Überblick
- Bearbeitung von Vorgängen im Mahn- und Inkassowesen
- Rechnungsprüfung und -verbuchung
- Abstimmung und Kontenklärung der Lieferanten-, Kunden- und Sachkonten
- Planung und Durchführung des Zahlungsverkehrs im In- und Ausland
- Anfertigung kurzfristiger Finanzplanungen
- Kontierung von Belegen einzelner Kostenarten und -stellen
- Überwachung der Einnahmen- und Ausgabenentwicklung
- Bearbeitung laufender Finanzbuchhaltung
- Überwachung der Konten und Zahlungseingänge
- Kommunikation mit Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern
- Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung
- Rechnungsstellung und -prüfung
- Bereitstellung von Entscheidungshilfen (Zahlen, Berichte, Analysen) für die Geschäftsleitung
- Steuerung finanzwirtschaftlicher Vorgänge
- Erstellung und Übermittlung von Meldungen an Behörden
- Vorbereitung der monatlichen Abschlussbuchungen sowie Quartals- und Jahresabschlüsse
- Mitwirkung bei der Budgetplanung
Entgegen des typischen Buchhalter Klischees, wird deutlich, dass ein Buchhalter viele verschiedene Dinge zu tun hat. Von Langeweile und Eintönigkeit kann man angesichts der Aufgabenfülle jedenfalls nicht sprechen.
Wo arbeitet ein Buchhalter?
Buchhalter haben das große Glück, dass sie in nahezu allen Branchen und Bereichen gesucht werden. Mögliche Berufszweige sind zum Beispiel Industrie, Handwerk, Handel, Dienstleistungsbetriebe, sowie Vereine, Interessensvertretungen oder Organisationen. Einfach gesprochen: Eben überall dort, wo Rechnungen geschrieben und beglichen werden müssen.
Wie wird man Buchhalter?
Tatsächlich ist die Begrifflichkeit „Buchhalter“ nicht geschützt. Das heißt, dass theoretisch jeder als Buchhalter arbeiten könnte. Die Realität sieht jedoch meist anders aus. In der Regel verfügt ein Buchhalter über eine kaufmännische Ausbildung. Hier sind beispielsweise Ausbildungen zum Bankkaufmann oder Industriekaufmann, sowie als Kaufmann für Büromanagement denkbar.
Des Weiteren ist auch der Weg über die Ausbildung zum Steuerfachangestellten gängig, um Buchhalter zu werden.
Mit beiden Wegen kann dann mit einer Berufserfahrung von mindestens 3 Jahren im Rechnungswesen der Weiterbildungskurs zum Bilanzbuchhalter angestrebt werden. Das Absolvieren des Kurses ist über die IHK oder private Weiterbildungsinstitute möglich. Die Dauer liegt in Vollzeit zwischen zwei und sechs Monaten, in Teilzeit bei ca. sieben Monaten und als Fernlehrgang zwischen acht und fünfzehn Monaten.
Alternativ zum klassischen Weg über eine Lehre bietet ein betriebswirtschaftliches Studium, ergänzt um entsprechende Berufserfahrung, ebenfalls die Möglichkeit, als Buchhalter zu arbeiten.
Welche Kompetenzen benötigt man, um Buchhalter zu werden?
In erster Linie sollten angehende Buchhalter eine große Affinität zu Zahlen mitbringen. Darüber hinaus sind aber auch ein allgemein gutes Textverständnis, sowie ein generell hohes Interesse an der Arbeit am PC notwendig. Buchhalter werden gerade in kleineren Firmen oft als Allrounder eingesetzt, sodass viele unterschiedliche Dinge zum Aufgabenfeld gehören können.
Eine schnelle Auffassungsgabe, Organisationstalent und eine zuverlässige, genaue Arbeitsweise sind hier gefordert. Natürlich zählt für den Beruf als Buchhalter Verschwiegenheit ebenfalls zu den nötigen Kernkompetenzen.
Fachlich gesehen sind folgende Kompetenzen gefragt:
-
Bilanzierung
-
Kosten- und Leistungsrechnung
-
Buchführung
-
Buchhaltung
-
Jahresabschluss
-
Handelsrecht
-
Steuerrecht
-
Zahlungsverkehr
-
Anlagenbuchhaltung
-
Controlling
-
Debitorenbuchhaltung
-
Finanzplanung
-
Finanzwirtschaft
-
Baulohnbuchhaltung und -abrechnung
-
Gewerbesteuer
-
Körperschaftsteuer
-
Kreditorenbuchhaltung
-
Lohn- und Einkommensteuer
-
Lohn- und Gehaltsbuchhaltung
-
Mahn- und Klagewesen
-
Plankostenrechnung
-
Rechnungslegung nach HGB
-
Sachkontenbuchhaltung
-
Steuererklärungen anfertigen
-
Umsatzsteuer
-
Vorkontierung
Was verdient man als Buchhalter?
Natürlich schwankt das mögliche Gehalt bei einem so vielfältigen Beruf, der mit so unterschiedlichen Qualifikationen ausgeübt werden kann, enorm. Hier sind Berufserfahrung und Spezialisierung entscheidend.
Laut Kununu kann man als Berufseinsteiger mit einem durchschnittlichen Bruttogehalt von 43.400 € jährlich rechnen. Dieses Gehalt steigt mit den Jahren natürlich weiter an, mit zunehmender Berufserfahrung ist auch ein Jahreseinkommen von mehr als 60.000 € möglich.
Fazit zum Beruf Buchhalter
Langeweile pur? Nein, auf keinen Fall. Der Job des Buchhalters ist sehr vielfältig und wird in nahezu jeder Branche gesucht . Und wenn jemand mit einer Affinität für Zahlen, ein bisschen Ordnungssinn und Organisationstalent ausgestattet ist, dann ist er für diese Art der Arbeit absolut gemacht. Und mit all diesen Informationen lässt sich das trockene Image, was der Beruf Buchhalter so mit sich bringt, eigentlich nicht mehr halten. Wenn Ihnen also das nächste Mal jemand begegnet, der berichtet, dass er als Buchhalter arbeitet, vergessen Sie sich das Gähnen und hören genau zu: Es könnte spannend werden!
Foto: DragonImages – motionarray.com